Beim Zähnepolieren entfernt der Zahnarzt mit Polierpaste und rotierenden Instrumenten Verfärbungen und Beläge von der Zahnoberfläche und sorgt damit für ein glattes, sauberes Gefühl und gesünderes Zahnfleisch.
Ob nach dem morgendlichen Kaffee oder nach dem Rotweinkonsum: Verfärbungen auf den Zähnen sind völlig normal. Das Polieren der Zähne gehört deshalb zu den beliebtesten Leistungen in unserer Zahnarztpraxis in Berlin-Spandau. Es ist schnell, angenehm und macht einen spürbaren Unterschied – sowohl optisch als auch für die Zahngesundheit. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, wie das Polieren genau funktioniert, welche Mittel dabei zum Einsatz kommen und wann eine professionelle Behandlung sinnvoll ist.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Was passiert beim Zähnepolieren – und warum fühlt sich das so gut an?
- Welche Geräte und Mittel setzt der Zahnarzt beim Polieren ein?
- Wie läuft eine professionelle Zahnpolitur Schritt für Schritt ab?
- Kann man Zähne auch selbst zu Hause polieren – oder ist das riskant?
- FAQ
- Take-aways
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Beim Zähnepolieren werden Verfärbungen und weiche Beläge mit speziellen Pasten und rotierenden Instrumenten schonend von der Zahnoberfläche entfernt.
- Polierpaste gibt es in unterschiedlichen Körnungen – je feiner, desto schonender für den Zahnschmelz.
- Die professionelle Politur ist kein Ersatz für eine Zahnreinigung, ergänzt diese aber sinnvoll.
- Heimanwendungen wie Aufhellzahncremes können leichte Verfärbungen reduzieren, kommen aber an die Wirkung einer professionellen Behandlung nicht heran.
- Eine Zahnpolitur ist besonders empfehlenswert für Patienten mit starken Verfärbungen, Zahnstein oder empfindlichem Zahnfleisch.
- Die Kosten werden in der Regel nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, sind aber im Rahmen einer Prophylaxebehandlung gut investiert.
Was passiert beim Zähnepolieren – und warum fühlt sich das so gut an?
Beim professionellen Zähnepolieren werden mit Polierpaste und rotierenden Instrumenten Verfärbungen, Plaque und weiche Beläge von der Zahnoberfläche entfernt, ohne den Zahnschmelz zu beschädigen.
Professionelle Zahnpolitur
Die professionelle Zahnpolitur ist eine zahnärztliche Prophylaxemaßnahme, bei der Beläge und Verfärbungen auf der Zahnoberfläche mit Polierpaste und rotierenden Aufsätzen entfernt werden. Sie wird häufig als abschließender Schritt einer professionellen Zahnreinigung eingesetzt oder als eigenständige Behandlung durchgeführt.
Der mechanische Prozess dahinter ist einfach erklärt: Eine rotierende Bürste oder ein Gummikelch wird zusammen mit einer speziellen Polierpaste auf die Zahnoberfläche aufgetragen. Die Paste enthält feine Schleifpartikel, die Verfärbungen – etwa durch Kaffee, Tee oder Nikotin – lösen und abtragen. Die Rotation des Instruments sorgt dafür, dass die Paste gleichmäßig über die Zahnfläche verteilt wird und auch in leicht gewölbte Bereiche gelangt.
Entgegen einem verbreiteten Missverständnis schadet das Polieren dem Zahnschmelz nicht. Im Gegenteil: Eine fein abgestimmte Körnung der Polierpaste und die kontrollierte Anwendung durch geschultes Fachpersonal sorgen dafür, dass die natürliche Schutzschicht des Zahnes erhalten bleibt. Gleichzeitig wird die Oberfläche nach der Behandlung glatter. Eine glatte Zahnoberfläche bietet Bakterien und neuen Belägen deutlich weniger Angriffsfläche.
Das vertraute Gefühl der Sauberkeit nach dem Polieren kommt also nicht von ungefähr: Die Zähne sind tatsächlich glatter, die Oberfläche gereinigt und der Mund insgesamt frischer.
Welche Geräte und Mittel setzt der Zahnarzt beim Polieren ein?
Beim professionellen Zähnepolieren kommen je nach Situation unterschiedliche Instrumente zum Einsatz, die gezielt auf die Beschaffenheit der Zahnoberfläche und die Art der Verfärbungen abgestimmt werden.
Gummikelche sind die am häufigsten verwendeten Polieraufsätze. Sie werden auf ein rotierendes Handstück aufgesteckt und eignen sich hervorragend für die glatten Vorder- und Rückflächen der Zähne. Polieraufsätze in Form kleiner Bürstchen hingegen kommen dort zum Einsatz, wo die Zahnoberfläche stärker strukturiert ist oder wo Verfärbungen in den Zahnzwischenräumen und an der Kaufläche sitzen. In manchen Fällen werden auch Interdentalstreifen verwendet, um die Kontaktpunkte zwischen den Zähnen zu erreichen.
Die eigentliche Arbeit erledigt jedoch die Polierpaste. Sie enthält Schleifpartikel in unterschiedlicher Körnung, die den Grad der Reinigungswirkung bestimmen. Eine grobe Körnung trägt stärkere Verfärbungen effektiv ab. Eine feine Körnung wird für den abschließenden Schliff verwendet und hinterlässt eine besonders glatte Oberfläche. In der Praxis werden meist beide Körnungen nacheinander eingesetzt – zuerst die gröbere, dann die feinere.
Überblick über gängige Poliermittel und deren Wirkungsweise:
- Grobe Polierpaste: für stark verfärbte Zähne und hartnäckige Beläge; effektiv bei intensivem Nikotinkonsum oder starkem Kaffeegenuss
- Mittelgrobe Polierpaste: vielseitig einsetzbar für normale Verfärbungen und als erste Politurstufe
- Feine Polierpaste: für den Abschlussschliff; sorgt für eine glatte, hochwertige Zahnoberfläche mit wenig Angriffsfläche für neue Beläge
- Fluoridhaltiges Politurgel: kombiniert Poliereffekt mit Schutzwirkung; stärkt den Zahnschmelz direkt nach der Politur
- Luftpolierpulver (für das Air-Flow-Verfahren): wird mit Wasser und Luft auf die Zahnoberfläche gestrahlt; besonders geeignet für empfindliche Bereiche und Zwischenräume
Wie läuft eine professionelle Zahnpolitur Schritt für Schritt ab?
Eine professionelle Zahnpolitur folgt einem klaren Ablauf, der von der Vorbereitung bis zur schützenden Abschlussbehandlung reicht und in der Regel nur wenige Minuten dauert.
Zu Beginn werden die Zähne gründlich untersucht, um Verfärbungen, Beläge und mögliche Problemstellen zu lokalisieren. Vorhandener Zahnstein wird, sofern nötig, vorab mit Ultraschall oder Handinstrumenten entfernt, denn Zahnstein lässt sich durch Polieren allein nicht beseitigen. Diese Vorbereitungsphase ist entscheidend, damit die anschließende Politur wirklich auf der Zahnoberfläche ansetzen kann.
Die Schritte der professionellen Politur im Überblick:
- Reinigung und Vorbereitung: Zahnstein und grobe Beläge werden entfernt, die Zähne werden trockengelegt.
- Auftragen der Polierpaste: Eine für Ihre Zähne geeignete Körnung wird ausgewählt und auf die Zahnflächen aufgetragen.
- Polieren mit rotierenden Instrumenten: Gummikelch oder Bürstchen werden auf dem rotierenden Handstück über alle Zahnflächen geführt – Außen-, Innen- und Kauflächen.
- Reinigung der Zwischenräume: Mit Interdentalstreifen oder dem Air-Flow-Verfahren werden auch die Bereiche zwischen den Zähnen behandelt.
- Abschließende Fluoridierung: Ein fluoridhaltiges Gel oder ein Lack wird aufgetragen, um den Zahnschmelz zu stärken und gegen Säureangriffe zu schützen.
Nach der Behandlung sollten Sie für etwa 30 Minuten auf Essen, Trinken und Mundspülung verzichten, damit das Fluorid optimal einwirken kann.
Kann man Zähne auch selbst zu Hause polieren – oder ist das riskant?
Viele Produkte versprechen strahlend weiße Zähne aus dem eigenen Badezimmer. Doch wie realistisch ist das, und wo liegen die Grenzen?
| Kriterium | Heimanwendung | Professionelle Politur |
| Wirkung auf Verfärbungen | Leichte oberflächliche Verfärbungen | Tief sitzende und hartnäckige Verfärbungen |
| Risiko für Zahnschmelz | Bei falscher Anwendung oder Übergebrauch erhöht | Gering bei fachgerechter Durchführung |
| Erreichbarkeit von Zwischenräumen | Eingeschränkt | Vollständig (auch mit Air-Flow) |
| Empfohlene Häufigkeit | Täglich (Zahnbürste), gelegentlich (Aufhellzahncreme) | 1–2 Mal jährlich im Rahmen der Prophylaxe |
| Kontrolle durch Fachpersonal | Keine | Vollständige Überwachung und Anpassung |
Elektrische Zahnbürsten mit Polieraufsatz oder spezielle Aufhellzahncremes können durchaus dabei helfen, frische, oberflächliche Verfärbungen zu reduzieren. Zahncremes mit Aktivkohle oder Natriumbicarbonat erzielen dabei einen leichten Abriebeffekt, der für viele Anwender sichtbar ist. Das klingt vielversprechend, hat aber klare Grenzen.
Verfärbungen, die tiefer in die Zahnoberfläche eingezogen sind, lassen sich mit Hausmitteln nicht zuverlässig entfernen. Zudem besteht bei zu häufiger oder zu aggressiver Anwendung von Aufhellprodukten das Risiko, den Zahnschmelz langfristig zu schwächen. Wer täglich auf stark abrasive Pasten setzt, riskiert eine erhöhte Empfindlichkeit und einen schleichenden Verlust der Schutzschicht.
FAQ
Wie oft sollte man sich die Zähne professionell polieren lassen?
In der Regel empfiehlt sich eine professionelle Politur ein- bis zweimal im Jahr, idealerweise im Rahmen einer Prophylaxesitzung. Patienten mit starken Verfärbungen, Zahnspangen oder erhöhtem Kariesrisiko können auch häufiger von der Behandlung profitieren. Sprechen Sie uns gerne an, um die für Sie passende Frequenz zu besprechen.
Ist Zähnepolieren dasselbe wie eine professionelle Zahnreinigung?
Nein. Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist eine umfassendere Behandlung, die auch die Entfernung von Zahnstein, die Reinigung der Zahnfleischtaschen und eine Fluoridierung umfasst. Das Polieren ist meist ein Teilschritt innerhalb der Zahnreinigung, kann aber auch als eigenständige Maßnahme durchgeführt werden.
Schadet häufiges Polieren dem Zahnschmelz?
Bei fachgerechter Durchführung und geeigneter Polierpaste ist das Polieren beim Zahnarzt schonend. Problematisch wird es nur, wenn zu häufig oder mit zu grober Körnung poliert wird. Deshalb sollte die Behandlung immer durch geschultes Fachpersonal erfolgen und nicht eigenständig mit aggressiven Heimanwendungen imitiert werden.
Für wen ist eine Zahnpolitur besonders empfehlenswert?
Eine Zahnpolitur ist besonders sinnvoll für Patienten mit sichtbaren Verfärbungen durch Kaffee, Tee oder Nikotin, für Patienten nach einer Zahnsteinentfernung, für Träger von Zahnspangen sowie für alle, die ihre tägliche Mundhygiene sinnvoll ergänzen möchten. Auch nach einer kieferorthopädischen Behandlung gehört die Politur häufig zum Abschlussprotokoll.
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Zahnpolitur?
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine professionelle Zahnpolitur in der Regel nicht, da sie als Prophylaxeleistung gilt. Einige Krankenkassen bezuschussen prophylaktische Behandlungen im Rahmen von Bonusprogrammen anteilig. Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten häufig vollständig oder anteilig, abhängig vom jeweiligen Tarif. Lassen Sie sich in unserer Praxis gerne zu den aktuellen Erstattungsmöglichkeiten beraten.
Take-aways
- Professionelles Polieren entfernt Verfärbungen, die sich mit der Zahnbürste nicht beseitigen lassen, und sorgt für ein spürbar saubereres Gefühl.
- Die feine Polierpaste schützt den Zahnschmelz, anstatt ihn zu belasten – vorausgesetzt, die Körnung ist auf Ihre Zähne abgestimmt.
- Heimanwendungen ergänzen die tägliche Hygiene, ersetzen aber keine professionelle Behandlung.
- Ein- bis zweimal pro Jahr sollten Sie zur Prophylaxe. Das reicht für die meisten Patienten aus, um dauerhaft von gesunden, sauberen Zähnen zu profitieren.
- Die Fluoridierung nach der Politur ist ein wichtiger Schutzschritt für den Zahnschmelz.
- Wer stark verfärbte Zähne hat oder raucht, sollte die Häufigkeit der Politur individuell mit seinem Zahnarzt abstimmen.
Fazit
Die Zahnpolitur ist eine gezielte Prophylaxemaßnahme, die die Zahnoberfläche schützt, Verfärbungen beseitigt und die Grundlage für eine langfristig gesunde Mundhygiene legt. Im Zusammenspiel mit regelmäßiger Zahnreinigung und einer guten häuslichen Zahnhygiene trägt die professionelle Politur dazu bei, die natürliche Schutzschicht Ihrer Zähne zu erhalten.
Bei Prodontos stehen wir Ihnen für alle Fragen rund um Prophylaxe, Zahnreinigung und Zahnpolitur gerne zur Verfügung. Vereinbaren Sie jetzt Ihren Termin und tun Sie Ihren Zähnen etwas Gutes!